Neuer Trend zur Pflanzenheilkunde

Viele Menschen haben kein Vertrauen in die chemisch hergestellten Arzneimittel. Diese Arzneimittel haben oft viele Neben- und Wechselwirkungen. Von den Folgewirkungen ganz zu schweigen. Die Medizin wollte durch die chemischen Herstellprozesse eine gleichbleibende Wirkung erzeugen. Doch wie bei den “künstlich” hergestellten Nahrungsergänzungsmittel und Vitaminpräparaten sind frisches Obst und Gemüse für den Körper besser verwertbar. Der Körper ist halt doch ein kleines Wunderwerk und kann nicht ausgetrickst werden – und wenn wir es versuchen, dann rächt er sich über kurz oder lang.

Die Wissenschaft hat in den vergangenen Jahrzehnten immer neue Medikamente entwickel. Im gleichen Zeitraum ist das Wissen um die Heilkräfte der Pflanzen in Vergessenheit geraten. Dabei werden doch schon seit Menschengedenken die Substanzen aus der Natur dazu verwendet, um das seelische und körperliche Wohl zu stärken und Krankheiten zu behandeln und zu heilen.

Auf den Spuren der Medizin

Wann genau unsere Vorfahren auf die Idee kamen, die Inhaltsstoffe für medizinische Zwecke zu verwenden, lässt sich nicht mehr recherchieren. Die Urzeitmenschen habe Pflanzen und Pflanzenteile vermutlich rein instinktiv benutzt. Das Wissen über Anwendung und Wirkweise wurde anfangs nur mündlich an die nächste Generation weitergegeben. Ein aus dem 16. Jahrhundert v. Chr. stammendes Papyrus, das Ende des 19. Jahrhunderts von dem Ägyptologen Georg Ebers gefunden wurde zeigt hunderte Rezepturen für Abkochungen, Gurgellösungen, Inhalations- und Räuchermischungen, Pillen und Cremes.

Aber auch die Babylonier hatten schon vor über 4.500 Jahren begonnen, ihre Erfahrungen mit Krankheiten und Pflanzenmedizin auf Lehmtafeln zu dokumentieren.

Der Grieche Theophrastos von Eresos (372 – 287 v. Chr.) gilt als Vater der Botanik. Er verfasste das erste bis heute bekannte Werkt über die Welt der Pflanzen. Durch das Christentum ging jedoch wieder ein großer Teil des medizinisches Wissens verloren. Zu unserm Glück wurde das alte Wissen in den Klöstern weiterhin gepflegt und durch die Gründung der Klostergärten in den Benediktinerklöster kam das Wissen über Pflanzen und Heilkräuter auch in unsere Breitengrade.

Altes Wissen wieder entdecken

Pflanzenheilkunde kann man weltweit in fast allen Kulturen als Grundlage der Medizinlehre ansehen, die sich unter anderem an der Naturheilkunde orientiert. Pflanzenheilkunde ist auch das Zentrum der Traditionellen Chinesischen Medizin. In der Pflanzenheilkunde werden sowohl die oberirdischen Pflanzenteile wie Blüten, Blätter, unterschiedliche Fruchtteile, Knospen, Zweigspitzen Rinde, Samen und Stängel als auch die unterirdischen Pflanzenteile wie Zwiebel, Wurzeln und Wurzelstöcke verwendet. Die pflanzlichen Arzneien oder Phytopharmaka habe weniger Nebenwirkungen und beruhen auf sehr alten Traditionen, die unter anderem auf das Wissen von Hildegard von Bindungen oder Maria Treben zurückzuführen sind.

Hildegard von Bingen 1098 – 1179)

Hildegard von Bingen gilt als die Unviersalgelehrte und ist eine der berühmtesten Heilkundigen. Sie hat durch eigenen Ideen neue Heilmethoden für Körper Geist und Seele ermöglicht. Durch ihre Visionen legte Sie den Grundstein für eine neue Volksmedizin, bei der sie die Heilkraft von Pflanzen, Steinen und Nahrungsmitteln erkannte. Auch bei den Schamanen der Urvölker wird Pflanzen und Steinen eine große Heilwirkung zugesprochen. 

Durch das Wissen der Mönche über Arzneipflanzen und deren Wirkweisen wurden der medizinischen Grundversorgung und dadurch auch der heutigen Schulmedizin die Türen geöffnet.

Lassen Sie sich auf den nachfolgenden Seiten und Blockbeiträgen inspirieren. Finden Sie einen Zugang zur Kräuter-Kunde und deren Verwendungsmöglichkeiten.

Kurze Erkläuterung der unterschiedlichen Begrifflichkeiten:
  • Naturheilkunde – tragende Säule der naturwissenschaftlichen Schulmedizin. Sie ist eine Heilkunde, die sich vor allem auf eine naturgemäße gesunde Lebensweise, auf diätetische und physikalische Heilmittel beruht und weitestgehend auf Arznei verzichtet. Naturheilkunde umfasst ein Spekturm verschiedener Naturheilverfahren, die keine technoloigschen Hilfsmittel baucht und die körpereigneen Fähigkeiten zur Selbstheilung aktivieren soll. Dazu bedienen sich diese Verfahren bevorzugt der in der Natur vorkommenden Mittel oder Reize.
  • Naturheilverfahren – Sonne, Licht, Luft, Bewegung, Ruhe, Nahrung, Wasser, Kälte, Erde, Atmung, Gedanken und Gefühle mit den eigenen Willensorgängen sowie natürliche Arzneimittel – vor allem Heilpflanzen. Alternativmedizin – auch Teile der Naturheilkunde und ihre Nebenbereiche – sind wissenschaftlich nicht anerkannt.
  • Klassische Naturheilverfahren – Phytotherapie – Einsatz von Pflanzenwirkstoffen / Hydotherapie und Balneotherapie – Kalt- und Warmwasseranwendungen / Bwegeungstherapie / Ernährungsterapie / Ordnungstheapie – Strukutrierung der äußeren und inneren Lebensordnung um Gesundheit von Körper, Geist und Seele auf eine positive Art zu beinflussen.
  • Alternativmedizin – Aromatherapie / Spagyrik (Regeln der Alchemie) / Homöopathie / Bachblüten / traditionelle chinesische Medizin / traditionelle thailändische Medizin / Ayurvedische Medizin / Anthrosophische Medizin (Geisteswissenschaften)
  • Phytopharmaka – aus Pflanzen gewonnene Arzneimittel – jedoch keine homöopathischen Produkte
  • Pharmakologie – Wissenschaft von Art und Aufbau der Heilmittel, ihren Wirkungen und ihren Anwedungsgebieten.
  • Heilpflanzen – der Begirff “Heilpflanze” kommt aus der Phythotherapie und ist eine Pflanze, die wegen ihrer Inhalts- und Wirkstoffte für Heilzwecke, Vorbeugung (Erhaltung und Förderung der Gesundheit) sowie Linderung von Krankheiten verwendet werden kann. Die Rohstoffe der Heilpflanzen und Heilkräuter können in unterschiedlicher Weise für Tees, Salben Tinkturen, Tropfen, Badezusätze, Kosmetika oder auch als Nahrung in Form von Gewürzen, Salat, Gemüse etc. verwendet werden. Die Heilwirkung ist nicht immer wissenschaftlich nachgewiesen – daher wird die Verwendung vorwiegend in der Naturheilkunde und Homöopathie eingesetzt. Nicht alle Heilpflanzen können auch bedenkenlos verwedet werden – einige Heilfplanzen sind Giftpflanzen und dürfen daher nicht verwendet werden.
  • Arzneipflanzen – wenn Wirkstoffe einer Heilpflanze zur Herstellung von Arneimitteln verwendet werden spricht man von Arzneipflanzen.
  • Signaturenlehre – sie ist die Fähigkeit, die Sprache und Zeichen der Natur mit ihren Pflanzen zu verstehen und zu deuten. Meist haben die Pflanzen bereits ein bestimmtes Aussehen in Farbe, Form und Eigenschafte, wodurch die Verwendung als Heilpflanze abgeleitet werden kann. Schon Paracelsus war der Meinung, dass die Natur jedes Gewächs zeichnet, zu dem es als helfendes Mittel gut ist. Als Beispiel ist hier die Walnuss zu nennen. Die Walnusshälften sehen aus wie das menschliche Gehirn. Daraus lässt sich ableiten, dass Walnüsse gut für das Gedächtnis sind. Die Mechanismen der Signaturenlehre sind teilweise schon wissenschaftlich nachgewiesen.