Auszug aus dem Buch »Der Lebens-Code Auf der Suche nach mir oder was will das Leben« von Ute Irene Ambrosch

Unsere Medizin verstehen

Die Medizin als Wissenschaft und Behandlung von Krankheiten hat einen langen Entwicklungsweg und wurde nicht immer so gehandhabt, wie es in unserer modernen Welt der Fall ist. Als Begründer der Medizin als Wissenschaft wird der griechische Arzt Hippokrates (etwa 460 bis 377 v.Chr.) genannt. Er gilt als der berühmteste Arzt der Antike und war davon überzeugt, dass Körper und Seele untrennbar miteinander verbunden sind und sich gegenseitig beeinflussen. Er war überzeugt, dass bei der Entstehung von körperlichen Leiden die Seele maßgeblich beteiligt sein kann.

Den Leib soll man nicht schlechter behandeln als die Seele.

Hippokrates von Kos (460 bis etwa 377 v. Chr.), griechischer Arzt, »Vater der Heilkunde«

Von Hippokrates stammt auch das erste bekannte »Grundgesetz« des Arztberufes, der »Hippokratische Eid«, das sich bis heute, in leicht abgewandelter Form, erhalten hat.

Hippokrates erkannte z.B., dass sich das menschliche Herz bei Freude erweitert und bei Angst zusammenzieht. Aus dieser Erkenntnis heraus wurde auch der Begriff »psychosomatisch« geprägt, denn aus dem Griechischen übersetzt bedeutet »Psyche« Seele, Atem, Hauch, und »Soma« ist der Körper.

Willst du den Körper heilen, musst du zuerst die Seele heilen

Platon (427 v. Chr. – 347 v. Chr.) antiker griechischer Philosoph.

Im Mittelalter vertrat die Kirche in Europa das Dogma, dass Körper und Seele strikt getrennt werden müsse. Die Seele war nach diesem christlichen Dogma von Gott geschaffen und unsterblich. Somit hatte die Seele etwas Reines nicht angreifbares. Schmerzen und körperliche Symptome waren eine Strafe Gottes und mussten deshalb auch ertragen und ausgehalten werden. Sollte man von diesen Schmerzen erlöst werden, so handelt es sich um eine Gnade Gottes.

Im 17. Jahrhundert kam der französische Philosoph René Descartes zu der Erkenntnis, dass es einen körperlichen und einen denkenden Teil gibt. Die Welt ist für ihn also zweigeteilt, in einen denkenden und einen körperlichen Teil. Man spricht hierbei von Dualismus. Weiters sagt er, dass aus Geistigem nur Geistiges hervorgehen kann. Der Körper kann immer nur körperliches verursachen. Zwischen Körper und Geist gibt es keine Verbindung. So muss es einen Gott geben, der die Verbindung herstellt.      Bei seinem so definierten Dualismus kann der Körper nur körperliches verursachen und der Geist nur geistiges. Er gliederte den menschlichen Körper in einem rein mechanischen funktionierenden Organismus und einen geistigen Bereich, die Seele. Diese Erkenntnisse waren die Grundlagen für das medizinische Verständnis und hielten über mehrere 100 Jahre an. Die Medizin konzentrierte sich auf die rein körperlichen Aspekte und ließ die psychischen außen vor. Es entwickelte sich eine parallele Ausrichtung auf die Psychotherapie.

Ganz so schlecht war diese Zeit natürlich nicht, denn wir verdanken ihr viele große Entdeckungen und Fortschritte in der Medizin.

Im 20. Jahrhundert änderte sich die Meinung in Bezug auf den Menschen und seine Krankheiten wieder. Nicht alle »Probleme« des Menschen ließen sich auf das rein Organische reduzieren. Die ganzheitliche Betrachtung des Menschen, die Erforschung der Seele und das Zusammenspiel von Körper und Seele rückte wieder mehr in den Fokus der Medizin. Die Forschungen werden unter dem Oberbegriff Psychosomatik geführt und erfreuen sich steigender Beliebtheit.

Der Körper ist der Übersetzer der Seele ins Sichtbare

Christian Morgenstern  (6. Mai 1871 – 31. März 1914) deutscher Dichter, Schriftsteller

Esoterik, Spiritualität und Schamanismus

Zum Thema Esoterik, Spiritualität und Schamanismus haben viele Menschen eine sehr gespaltene Beziehung. Es ist etwas, das man nicht greifen oder sehen und schon gar nicht mit dem Verstand erfassen kann. Die meisten Menschen verstehen unter Esoterik und Spiritualität den weiten Bereich von Astrologie, Hellsehen, Kartenlegen, Räuchern etc.

Esoterik, Spiritualität und Schamanismus wird auch von vielen Menschen als etwas Negatives oder gar Teuflisches angesehen, weil die Begriffe missbräuchlich verwendet werden. Es gibt auch viele Scharlatane, die mit diesen Themen die Angst der Menschen schüren und sich daran bereichern.

Esoterik

Das Wort Esoterik ist vom griechischen »esoterikos« abgeleitet und bedeutet: innerlich, dem inneren Bereich zugehörig. Esoterik ist in seiner ursprünglichen Bedeutung eine philosophische Lehre, die ausschließlich einem begrenzten »inneren« Personenzirkel zugänglich ist und sich auf einen inneren, spirituellen Erkenntnisweg bezieht.

Ein Esoteriker ist also jemand, der in die Geheimlehren einer Religion, Schule oder Lehre der Philosophen eingeweiht ist. Esoterisch bedeutet demnach, »für Eingeweihte oder Fachleute bestimmt und verständlich«.

Wenn Esoterik für Eingeweihte ist, dann muss es auch Menschen geben, die nicht eingeweiht sind. Diese Außenstehenden oder Nichteingeweihten nennt man  Exoteriker. Exoterisch heißt demnach für Außenstehende, für die Öffentlichkeit bestimmt, also allgemein verständlich.

Der Begriff Esoterik ist völlig wertfrei, genauso wie zum Beispiel die höhere Mathematik, oder jeder andere beliebige Wissensbereich. Man kann etwas davon verstehen, wenn man »eingeweiht« ist, sich also damit befasst bzw. gelernt oder studiert hat. Oder man versteht sie eben nicht, wenn man sich nicht dafür interessiert und sich nicht damit befasst hat. Zugang zu einer Wissenschaft bekommt man nur durch innere Bereitschaft, sich dafür zu interessieren und zu begeistern. Gegen Esoterik zu sein ist demnach genauso sinnvoll, wie beispielsweise gegen Mathematik oder Physik zu sein. Wir Menschen neigen jedoch meist dazu, das, was wir nicht verstehen und nicht bereits mit der »Muttermilch aufgesogen« haben, abzulehnen.

Esoterik im ursprünglichen Sinne ist demnach eine philosophische Grundhaltung von Menschen, die glauben, dass es außer der bekannten materiellen Welt noch etwas anderes gibt, und dass es sich lohnt, sich damit zu beschäftigen. Esoterik ist als Oberbegriff ein gemeinsames Bindeglied aller Religionen und philosophischen Weltanschauungen und alles andere als Konkurrenz- oder Ersatzreligion.

Was steckt nun hinter dieser philosophischen geheimen Lehre, die nur für einen eingeweihten, besonderen Personenkreis vorbehalten ist?

Befassen wir uns mit der alten mystischen Philosophie, so sehen wir, dass wir »eins« sind mit dem Schöpfer und eine Reise durch die Welt von Zeit und Raum unternehmen, bei der wir in einen Schleier der Unwissenheit gehüllt sind, so dass wir vielleicht das »Gefühl« haben, die Reise sei real. Auf einen knappen Nenner gebracht, ist alles, was einen Namen oder eine Forma haben kann, ein illusorisches Abbild der wahren Wirklichkeit, die der alles beseelende Geist, GOTT, ist…. (Muata Ashby: Das Yoga der alten Ägypter)

Sie sehen, so geheim ist diese Lehre in der heutigen Zeit nicht mehr, denn dieses Wissen dringt immer mehr in unser aller Leben. Esoterik ist der Weg zur Selbsterkenntnis. Esoterik zeigt uns, wie wir unser Leben mit all seinen Geschehnissen und Begegnungen hinterfragen, verstehen und begreifen können. Und das immer auf uns selbst bezogen. Die Esoteriker stellen sich also die Frage, was hat diese oder jene Situation mit mir zu tun, was will mir diese Person, diese Situation zeigen? Welche meiner Eigenschaften werden mir hier gespiegelt? Welche Erkenntnisse soll ich daraus lernen? Um diese Erkenntnisse zu erlangen, benötigen wir noch zusätzlich ein bestimmtes Wissen bezüglich einiger »Gesetze« wie z.B. dem Resonanz-gesetz oder wie ich es nenne, das »Radio-Prinzip«. Wenn wir die gewonnenen Erkenntnisse in unser Leben integrieren, und dann auch danach handeln, kann und wird sich unser Leben zum positiven verändern.

Spiritualität

Es gibt vieles, was wir erforschen. Ein ganz normaler Vorgang, da wir verstehen wollen, wie und warum etwas so ist, wie es ist. Doch wer oder was wir sind, das wissen wir noch nicht wirklich. Wir wissen, welche Organe wir besitzen, wo sie sind und wie diese funktionieren. Doch wir sind nicht nur Organe, Haut und Knochen, sondern wir sind noch mehr. Da ist noch unsere Seele unser ICH. Wir, das ist das, was unsere Seele erfahren und zum Ausdruck bringen möchte. Diese »Wissenschaft« der Seele nennt man Spiritualität.

Spiritualität ist demnach ein menschliches Entwicklungskonzept, das sich nach C.G. Jung in zwei Lebensphilosophien einteilen lässt. Jung nannte sie die Ich-Werdung und die Selbst-Werdung.

In der Ich-Werdung-Phase baut die Person seine Ich-Identität und Persönlichkeit auf. In dieser Phase spielt die Spiritualität im Allgemeinen keine Rolle. Die Ich-Werdung-Phase kennen wir auch als »das Leben«. Wir schlüpfen in eine soziale Rolle, entdecken unsere ganz persönlichen und individuellen Eigenschaften und Interessen und haben eine sehr klare Vorstellung von uns und unserem Leben.

In der Ich-Werdung-Phase entdecken wir nicht nur unsere körperlichen und emotionalen Bedürfnisse und Interessen, sondern versuchen auch unsere ganz persönlichen Wünsche sehr aktiv im Leben umzusetzen und zu verwirklichen. Wir versuchen in dieser Phase unseren Platz im Leben und der Gesellschaft mehr oder weniger erfolgreich zu finden. Die Ich-Werdung-Phase ist also in erster Linie eine sehr persönliche Lebensausrichtung, die nicht zwingend egoistisch sein muss, aber in der Regel keine spirituellen Züge hat.

Dazu ein Beispiel zum Verständnis. Eine 45-jährige Frau könnte z.B. auf die Frage über ihr Leben wie folgt antworten: „Ich habe jung geheiratet. Mir war es immer ein Bedürfnis, für meinen Mann und meine Familie da zu sein. Ich habe dafür gesorgt, dass wir ein schönes Heim hatten, dass es meinem Mann und unseren Kindern gut geht, dass sie alles vorfinden, was sie brauchen, um gut durchs Leben zu kommen. Meine Mutter hat es auch so gehalten und ich bin zufrieden damit. Heute sind unsere Kinder aus dem Haus und haben ein eigenes Leben. Ich kümmere mich immer noch darum, dass es allen gut geht. Um Geld musste ich mir nie Gedanken machen, denn das war die Aufgabe meines Mannes. Außerdem interessiere ich mich für andere Länder. Diese Leidenschaft teile ich mit meinem Mann und wir freuen uns immer wie kleine Kinder, wenn wir wieder auf Reisen gehen können, um ein Land kennenzulernen“

Diese Frau ist mit ihrem selbstgewählten Leben zufrieden. Sie hat ihre Rolle in der Gesellschaft gefunden und erfüllt sich weitgehend ihre Wünsche und Interessen.

Nach der Ich-Werdung-Phase wechseln wir meist in die Selbst-Werdung-Phase. Jetzt kommt das Thema Spiritualität ins Leben, das eine Änderung der Lebensausrichtung mit sich bringt. All die bis dahin geschaffenen Werte werden überprüft und in Frage gestellt. Im Fall unserer 45-jährigen Frau kann es so aussehen, dass sie hinterfragt, ob das Leben, ganz ausgerichtet auf die Familie, alles ist, was sie im Leben zu erwarten hat. Sie fängt an, sich mit ihrem Leben und einem evtl. höheren Lebenssinn zu beschäftigen. Ihre Interessen verschieben sich. Oft noch zusätzlich ausgelöst durch ein »Schockerlebnis« beschäftigt sie sich nun mit psychologischen und im weitesten Sinne spirituellen, esoterischen und religiösen Themen. Im Falle unserer Frau könnte zum Beispiel der Auslöser bei ihrem Mann liegen, der sie betrügt und sich von ihr trennt. Über die Frage nach dem warum und wieso, was hat gefehlt, lag es an mir, kann unsere Frau erst in eine depressive Phase fallen und dann langsam anfangen Antworten zu suchen. Durch ihre Leidenschaft, mehr über andere Länder zu erfahren, beschäftigt sie sich nun vielleicht auch mehr mit der Kultur und Lebensweise der Menschen. Dies schafft bei ihr einen Zugang zu Religion, Esoterik und Spiritualität. Sie besucht nun Meditations-Kurse, liest Bücher über Reinkarnation, Karma, ein Leben nach dem Tod und lebt vielleicht sogar eine Zeit lang in einem Kloster. Sie hat den Zugang zur Spiritualität und integriert diese in ihr Leben.

Die Ich- und die Selbst-Werdung-Phase sind zwei Phasen in unserem Leben, die immer parallel verlaufen und mehr oder weniger stark ausgeprägt sind. Bewusst nehmen wir die »Neuausrichtung« durch die sogenannte midlife-crisis wahr, wenn wir nicht durch sonstige einschneidende Lebensumstände wie Tod eines nahen Angehörigen, einen Unfall, eine Scheidung oder Arbeitslosigkeit und Krankheit gezwungen werden, einen neuen Weg einzuschlagen.

Und hier ist der Schlüssel der Spiritualität: es ist eine Chance und eine Herausforderung, die Selbst-Werdung-Phase für uns zu nutzen. Um die Selbst-Werdung-Phase meistern zu können bedienen wir uns in der Regel esoterischem Wissen, das uns den Zugang zum menschlichen Dasein ermöglicht. Durch dieses Wissen können wir auf die Fragen eine Antwort finden, die uns zweifeln lassen, in tiefe Krisen stürzen und oft auch Krankheiten auslösen können.

Spiritualität und Esoterik sind also zwei Bereiche, die sich ergänzen können, es jedoch nicht zwangsläufig in ihrer gesamten Tiefe tun müssen. Nicht jeder Mensch ist schon bereit dafür, sich für die tiefgreifenden »Wissenschaften« der Esoterik zu öffnen und findet doch intuitiv einen Zugang zu esoterischem Wissen und dadurch auch Antworten auf seine Fragen.

Schamanismus

Das Wort «Schamanismus» wird von den unterschiedlichsten Autoren unterschiedlich beschrieben. Allen gemeinsam ist, dass es sich beim Schamanismus nicht um eine klassische Religion, sondern um eine Lebensphilosophie handelt. Auch bei Ur- und Naturvölkern ist von Schamanen die Rede. Sie sind meist die Heiler des Volkes oder Stammes. Ihr Wissen beruht auf langen Traditionen und ist nur speziell dafür vorgesehenen Stammesmitgliedern zugänglich. Schamanen leben im Einklang mit der Natur, die sie achten und respektieren. Für einen Schamanen ist alles «beseelt» und ein Lebewesen. Dabei ist es unerheblich, ob es sich um einen Menschen, eine Pflanze, ein Tier, einen Stein oder den Wind, die Sonne oder den Mond handelt. Alles hat Energie und ist Energie. Alles ist miteinander verbunden, alles ist eins. Für einen Schamanen existieren drei Lebens-Ebenen: die obere Welt, die mittlere Welt und die untere Welt. Die mittlere Welt ist die Welt unseres jetzigen Lebens, die untere Welt zeigt die vergangenen Leben und Seelenverträge, die sich noch auf dieses Leben auswirken und oft schwere Krankheiten  und Lebenskrisen hervorrufen können. Die obere Welt zeigt die Zukunft und Lebensaufgabe. Schamanen können durch einen meditativen Zustand in die obere und untere Welt «reisen». Durch diese Meditationsreisen können problematische Energiestrukturen wieder in Gleichklang und den Menschen in die Heilung auf körperlicher und seelischer Ebene gebracht werden.

Sie sehen, dass es sich bei Esoterik, Spiritualität und Schamanismus um Bereiche des Lebens handelt, die durchaus ihre Daseinsberechtigung haben. Es ist nichts Verwerfliches oder gar Abgehobenes, »nicht von dieser Welt«, sich mit diesen Themen zu beschäftigen und sie in sein eigenes Leben zu integrieren. Im Gegenteil, es führt eher dazu, dass wir ein sehr vielseitiges Verständnis für unser eigenes Dasein bekommen.

Meine Schamanische Ausbildung hat mir für mein eigenes Lebens, das in vielen Bereichen sehr problematisch war, sehr viel Verständnis und Harmonie gebracht. Auch wenn es manchmal nicht einfach war, sich den Themen zu stellen, haben sie mir letztendlich doch mein eigenes Leben erleichtert. Groll und Schmerz, den ich auf vielen körperlichen Ebenen spüren durfte, konnte ich so auflösen und für mich ein gesundes und entspannteres Leben generieren. Ich achte seither auf meine Gedanken, Worte und Taten, denn alles was ich denke, sage und mache, hat eine Auswirkung auf mich, auf andere, die ganze Welt.