Burnout ist keine Krankheit im herkömmlichen sie, die uns urplötzlich anfällt – Burnout ist nicht mal eine Krankheit. Laut ICD 10 (internationale statistische Klassifikation der Krankheiten) zeigt der Abschnitt Z 73 dass man unter Burnout Probleme mit Bezug auf Schwierigkeiten bei der Lebensbewältigung zusammenfasst, die körperliche Symptome zeigen.

Burnout ist ein schleichender Prozess, der sich auf vielerlei Ebenen zeigen kann. Lesen Sie nun, wie sie anhand unterschiedlicher Symtome bei Ihrem Partner, Kollegen oder Freund erkennen wie gestresst er ist.

Burnout-Symptome – wie kann ich Burnout erkennen – welche Bereiche betrifft es.

B balance of live (Lebensbalance)

Die Lebensbalance läuft aus dem Ruder. Es gibt keinen Ausgleich zwischen Beruf, Familie und den eigenen Bedürfnissen. Dies äußert sich in:

  • Chronischer Müdigkeit, Schlafstörungen
  • geistige Erschöpfung, Konzentrationsschwierigkeiten
  • Verzicht auf Erholung

U underachieve (weniger leisten als erwartet)

Durch die angegriffene Lebensbalance stellt sich unweigerlich ein, dass man nicht mehr leistungsfähig ist. Das wird durch

  • extremes Engagement kompensiert. Dies steigert wiederum:
  • Angst, nicht mehr den Anforderungen gewachsen zu sein
  • Gefühle des Versagens, der Sinnlosigkeit
  • mangelndes Interesse am Beruf oder Aufgabengebiet

R restless (rastlos)

Inzwischen ist man bereits in die Abwärtsspirale eingestiegen. Symptome wie

  • Lustlosigkeit, Gereiztheit
  • Verzweiflung bis hin zu Hoffnungslosigkeit
  • Depressionen
  • Chronische Motivationslosigkeit
  • Stimmungsschwankungen stellen sich ein.

In der Folge meldet sich auch der Körper mit

  • Beschwerden wie Kopf- und Rückenschmerzen,
  • Magen- und Darmbeschwerden
  • Allergien
  • Drehschwindel, Tinitus
  • Typisch ist hier auch der Rückzug von Kollegen, Kunden, Freunden und Bekannten.

N narcotic (Rauschgift)

Da wir ja so hart im Nehmen sind und die Warnsignale des Körpers nicht wahrnehmen wollen werden die Problemchen selbst therapiert. Wir greifen zu:

  • Beruhigungspillen
  • Schlaftabletten
  • Alkohol etc.

O out of order (außer Betrieb)

Wenn wir uns weiterhin penetrant weigern und in dem nun eingeschlagenen Weg im Hamsterrad treu bleiben führt das unweigerlich zu out of order …. der Mensch wird unweigerlich aus dem Verkehr gezogen.
Dies kann durch die unterschiedlichsten Krankheiten bis hin zum Herzinfarkt, Nervenzusammenbruch, im worst case-Szenario zu Krebs oder gar dem Tod führen.
Wenn der Patient – und das ist er inzwischen unweigerlich geworden – dies überlebt, hat er eine lange Odyssee vor sich. Nicht nur, dass er immer noch! von der Gesellschaft, den Kollegen etc. als Mimose, nicht belastbar und unfähig abgestempelt wird, kommt noch die Genesungsphase hinzu. Hier können Monatelange Klinik- und Kuraufenthalte zwar helfen, wieder gesund zu werden. Doch meist ist es damit nicht getan. Der Burnout-Betroffene wird in der Regel nicht in den alten Beruf / das alte Unternehmen zurückkehren. Dies bedeutet, wenn er seinen Beruf noch ausüben kann, dass er sich eine neue Arbeit  suchen muss. Doch das Thema Burnout wird immer wie ein Damoklesschwert über ihm hängen. Die Angst, auch im neuen Job sich wieder beweisen zu müssen und wieder in das gleiche Fahrwasser zu geraten,  ist sehr groß.

U underdog (Außenseiter)

Durch die oben beschriebenen Faktoren wird der Mensch immer mehr zum Außenseiter und erlebt die

T teribble time (schreckliche Zeit)

Der Mensch erlebt die  schrecklichste Zeit seines Lebens

Lassen Sie es nicht soweit kommen.

Anfällig für Burnout bzw. die Begleitumstände, die dann letztendlich zu diesem Zustand führen, sind Menschen, die nie gelernt haben, das Wort »nein« für sich zu benutzen. Die ein ausgeprägtes »Helfersyndrom« aufweisen und sich dabei komplett vergessen. Antrieb ist dabei ein von Kindesbeinen an erlebtes Mangeldasein an Liebe, Anerkennung, Beachtung und Wertschätzung. Wenn die Erziehung allein darauf ausgerichtet war, dass man Liebe und Anerkennung ausschließlich durch Leistung erhält und durch Missachtung und Liebesentzug bestraft wurde, wenn wir nicht so funktionierten, wie es von uns erwartet wurde, dann sind Tür und Tor geöffnet. Das was uns in der Kindheit schon gefehlt hat, versuchen wir im Erwachsenenalter mit entsprechendem Verhalten zu kompensieren und erleben wieder die gleichen Umstände. Also bemühen wir uns noch mehr, um endlich die Anerkennung und Liebe zu bekommen, nach der wir so lechzen. Unterstützt wird das Ganze noch durch unsere Leistungs­gesellschaft, die uns tagtäglich zeigt und klarmacht, dass wir austauschbar sind.

Das ist jedoch nicht die einzige Grundlage für Burnout. Wir verdienen heute durch unsere Arbeit brutto mehr als noch vor einigen Jahren, doch das wirkt sich nicht automatisch auch netto im Geldbeutel aus. Langsam kommen wir immer mehr in einen „Überlebenskampf“ der in uns Stress auslöst. Dazu kommt noch unser Wertesystem, das ganz bewusst über die Werbung einen »Habensdurst« auslöst. Um diesen Durst zu befriedigen, nehmen wir unter Umständen auch einen zweiten oder gar dritten Job an.  Die Spirale hat begonnen und wir sind im Hamsterrad eingestiegen.

Änderungen ab 2022

Die WHO hat nun im Juli 2019 den ICD überarbeitet. Der neue ICD 11 soll am 2022 in Kraft treten. Burnout wird nun nicht mehr unter den Psychischen Störungen dargestellt, sondern findet sich nun bei den sonstigen Faktoren, welche die Gesundheit beeinflussten. Noch genauer wird Burnout im Abschnitt QD8 – Probleme in Verbindung mit Arbeit oder Arbeitslosigkeit eingeteilt.

Meines Erachtens wird hier dem Arbeitsschutzgesetz mehr Beachtung geschenkt und Burnout rein auf die berufliche Ebene herabgestuft was definitiv der falsche Weg ist. Der Mensch kann nicht auf eine Ebene – hier die berufliche Ebene – begrenzt werden. Der Mensch ist ein Individuum, das augrund seiner Prägungen in der Kindheit und die gemachten Erfahrungen (bewusst oder unbewusst) im Hier und Jetzt reagiert und aggiert.

Für Unternehmen kann diese Neudefinition zu einer großen Belastung führen, wenn weder eine Gefährdungsbeurteilung noch Arbeitsschutzmaßnahmen im Bezug auf eine psychische Gefährdung erfolgte. Sollte ein Mitarbeiter eine Burnout-Diagnose erhalten, könnten auf Betriebe evtl. Regressforderungen zukommen. Denken Sie dabei nur einmal daran, dass auf einem Wege-Unfall Ihr Mitarbeiter jemand anderen schädigt.  Schadensersatzansprüche, Krankheitskosten etc. könnten dem Unternehmen zur Last gelegt werden.

Es bleibt zu hoffen, dass diese Eingliederung wieder zurückgenommen wird und Burnout auch zu den beruflichen Belangen eine persönliche Angelegenheit wird. Ungeachtet dessen sollten die Unternehmen alles tun, um dem Mitarbeiter diesen Werdegang zu ersparen. Helfen Sie Ihren Mitarbeitern dabei, auch ihre Baustellen (Prägungen, negative Gedanken- und Glaubensmuster etc.) abzulegen.

Unser Lebens- und Gesundheits-Coaching »Burnout« wird ausschließlich als Online-Coaching angeboten. Präsenztermine werden mit Video-Konferenzen absolviert.

Hier finden Sie weitere Informationen zum Thema Online-Coaching. Wenn Sie noch Fragen haben, scheuen Sie sich nicht uns über unser Kontaktformular um Klärung zu bitten.

Zum Klienten-Login